Ding Dong, es klingelt an der Tür…

…bzw tut es das leider nicht, denn kaum ein Zusteller verhält sich so, wie er sollte…

Der Website von DHL entnehme ich den Satz: Wenn ein Paket an Ihre Hausadresse geht, der Zusteller Sie aber nicht antrifft, legt er das Paket in den Paketkasten. 

Jetzt ist ja die Idee eines Paketkastens, und ich behaupte mal das trifft auch auf jeden anderen Wunschort / Garagenvertrag zu, dass die Sendung dort abgelegt wird wenn niemand zu Hause ist. Das impliziert ja, dass der Zusteller zunächst diese Tatsache überprüfen sollte, schließlich spricht der Text von DHL ja davon, dass der Paketkasten genutzt wird, falls der Zusteller mich nicht antrifft.

In unserem Land ist es üblich, als Hausbesitzer hierfür ein Gerät am Haus anzubringen, mit Hilfe dessen ein Dritter in der Lage ist, die Person im Haus darüber zu informieren, dass ebendieser Dritte dann jetzt da ist und ein Begehren hat. Auch wir haben uns dem gesellschaftlichen Druck gebeugt, und zu diesem Zweck ein solches Gerät namens “Klingel” neben der Haustür angebracht.

 

 

In den letzten Monaten habe ich, sofern ich das denn auch anwensenheitsbedingt feststellen konnte, zwei Typen von Zustellern erlebt.

 

Zusteller 1, der Experte, klingelt nicht

Zusteller 1 weiß ganz genau wie der Paketkasten funktioniert. Er findet ihn vielleicht sogar gut und effizient, weil er mal eine Sendung loswird, ohne dass er klingeln muss oder auf den Kunden warten muss. Sich aus dem unmittelbar vor dem Paketkasten in meinem Vorgarten geparkten Fahrzeug schwingend tippt er bereits auf dem Handscanner die notwendigen Knöpfe, um mit einer Punktlandung auf dem Boden vor dem Paketkasten diesen in Sekundenbruchteilen mit dem Handscanner-Gerät zu öffnen. Zügig aber respektvoll legt er die Sendung ein und schließt den Kasten im gleichen Atemzug, beinahe bevor die Schlosselektronik dafür bereit ist.

 

Zusteller 2, Der Entspannte, klingelt

Zusteller 2 hat schon mal was vom Paketkasten gehört. Und trotz dem wirft er nicht übermütig jedes Paket direkt in den Kasten, sondern klingelt erstmal. Das tut er aber nicht, weil das so vorgesehen ist und es das ist, was DHL mir verkauft hat, sondern er tut es, weil er sich eigentlich nicht mit dem Paketkasten beschäftigen möchte. Erst wenn niemand öffnet versucht er wiederwillig, auf dem Handscanner die Funktion für den Paketkasten zu finden. Er beäugt den Kasten kritisch und erinnert sich daran – ja, da war doch mal was. “Da hatten wir doch ne Schulung.” oder  “Dafür hab ich doch ne Anleitung.” mag ihm in den Sinn kommen. Zusteller 2 schafft es dann nach einiger Zeit, oft unter Zuhilfenahme der Anleitung, die Sendung einzulegen.

Zusteller 2 legt dann oft die Benachrichtigungskarte mit in den Paketkasten. Das ist leider nicht so hilfreich.

Zusteller 2 wird nach wiederholtem Zustellen gern zu Zusteller 1.

 

Zusteller 3, Der-hab-noch-keine-Schulung-gehabt, klingelt

Zusteller 3 klingelt und wirft dann nach kurzer Wartezeit eine Benachrichtigungskarte ein, mit der man die Sendung in der Filiale abholen kann. Falls er überhaupt den großen grauen Kasten bemerkt, an dem er soeben vorbeigegangen ist, dann ignoriert er die massiven DHL Werbeaufkleber darauf und scheinbar auch den Hinweis auf seinem Handscanner zum Wunschort. Bestenfalls auf dem Rückweg zum Auto wirft er einen ignoranten Blick auf den Paketkasten und denkt sich wahrscheinlich soetwas wie: “Ist ja praktisch. Wär gut wenn wir das auch hätten.”.

 

Allen drei Zustellern ist gemein, dass sie sich nicht nach oben genannter Richtlinie von DHL verhalten: 1. Klingeln, 2. Paketkasten benutzen. It’s that simple!

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